Angst im Hinblick auf die Zukunft – Teil II

Den Wandel der Zeit nutzen und umschwenken. Schaut euch Prognosen an, was euch nach dem Wandel bevorsteht. Wissen ist immens wichtig. Das ist mir nicht nur in meinen Babyfeeling Kursen wichtig, sondern in jeder Lebenslage. Das Wissen, welches ich in meinen Kursen weitergebe besteht u.a. aus dem Mentaltraining, das jeder erfolgreiche Geschäftsführer in irgendeiner Weise anwendet. Um sich ein objektives Bild von der zukünftigen Lage zu machen muss man allerdings den Blick über den Tellerrand wagen.

Bei der (mentalen) Geburtsvorbereitung steuern wir ebenfalls auf etwas unvorhergesehenes hin, die Geburt. Betrachten wir den Wandel / die Krise als Startschuss der Geburt, so stehen wir bereits zwischen Eröffnungsphase und der fortgeschrittenen Phase. Oft beginnt sie unbemerkt. Geburtserfahrene nutzen die Zeit noch, um alle Vorbereitungen zu treffen, Kinder unterzubringen, dem Nestbautrieb die Tür zu öffnen. Wir bereiten uns im Hinblick auf die Coronakrise auf ein anderes Leben vor, wir bauen unser Nest um, bereiten es so vor, dass wir mit allen unseren Bedürfnissen gut leben können. Jeder weiß es kommt was neues, ist aber zu sehr mit der aktuellen Lage beschäftigt. Ablenkung ist auch während der Geburt gut, aber nur dann wenn wir uns mit positivem ablenken und genau wissen was auf uns zukommt. So können wir uns am Besten auf die Situation einlassen und haben nicht das Gefühl die Kontrolle zu verlieren.

Stellt also die Weichen so, dass ihr mit der aktuellen Situation über Monate hinweg leben könnt. Ich verstehe, dass ihr erstmal die tolle Zeit so intensiv mit der Familie nutzt, aber jetzt stellt euch mal vor, dieser Ausnahmezustand hält über ein Jahr an. Dann brauchen wir eine realistische Struktur die wir halten können. Täglich volles Spiel- Spaß- Spannungs Programm mit den Kindern ist nicht die Lösung. Eigentlich sollte die Eingliederung langsamer erfolgen. Unsere Kinder sind gewohnt, sobald sie Zuhause sind, dass sich alles um sie dreht. Vieles wird ihnen heute vorweg genommen, obwohl sie bereits in der Lage wären das selbst zu tun. Anders war es in Großfamilien, die Kinder liefen einfach so mit. Diese konnten sich ohne ständiger Überwachung allein beschäftigen. Viele Erwachsene die sich an solch eine Kindheit erinnern, empfanden die Zeit als glücklich. Gab natürlich auch seine Schattenseiten, aber Familie hatte damals eine andere Bedeutung, lastete nicht nur auf der Kernfamilie und Kinder hatten Aufgaben die sie so früh wie möglich selbst gemacht haben. Sie waren fantasievoller in ihrer Freizeitgestaltung, haben sich vieles durch Langeweile selbst beigebracht. Sie hatten andere Vorbilder wie ältere Geschwister und dessen FreundInnen und die Großmütter trugen zur Erziehung der jüngeren Generationen maßgebend bei. Ich gebe zu wir haben es gerade echt schwer.

Wissen, Planung und Umstrukurierung

Angst ist lediglich ein Hinweis, nutzt ihn. Schaut hin was euch erwartet, wägt selbst ab und geht, wenn nötig einen neuen Weg. Viele werden neue Wege gehen und andere werden auf der Strecke bleiben.

Alle die bereits unabhängig vom System gearbeitet/gelebt/ beschult haben sind uns weit vorraus. Auch MentaltrainerInnen haben einen großen Vorsprung. Diese haben nicht die Startschwierigkeiten mit sich klar zu kommen, sich neu zu ordnen, sich kennenzulernen. Da funktioniert das Familiensystem nebenher, jeder wusste schon vorher welchen Beitrag im Familiensystem er/sie bringen muss, damit es erhalten bleibt. Diese konnten ihren Notfallplan bereits üben. Auch ich muss zugeben, dass wir als Familie keine Probleme mit der Umstellung haben, wir hatten vor längerem bereits ein Jahr Hausunterricht hinter uns. Unsere Tätigkeiten laufen auch ohne System, wie bisher. Aber das hat Zeit gekostet, und hat sich über Monate aufgebaut. Mit Kindern ist es dennoch immer wieder ein Auf und Ab.

Eine Struktur muss aber von Anfang an geschaffen werden, sonst können (besonders jüngere) Kinder sich nicht darauf einstellen und dann wenn es wirklich ernst wird, und ihr euch (beruflich) anders orientieren müsst, zu Problemen führen.

Wie kann so eine Struktur also aussehen: Den Kindern den Wertewandel bewusst machen und mit ihnen darüber sprechen, ist ein guter Anfang. Oft sprechen wir vor den Kindern aber nicht mit ihnen!

Am Besten man verschriftlicht den Tagesplan mit den Kindern. Bewusst Beschäftigungen/Langeweile alleine einplanen. Gemeinsame Haushaltstätigkeiten (kochen, putzen) unter Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten (Was macht das Kind total gerne?) als Familienprogramm erleben und Aufgaben dem Alter entsprechend verteilen und (unbezahlt) „einfordern“. Wichtigkeit der Mithilfe betonen. Es geht nicht darum wie gut die Aufgaben gelöst werden und das sie pünktlichst einzuhalten sind. Wenn man Kleinkinder beobachtet, merkt man wie gerne sie mithelfen. Wenn diese überschwängliche Mithilfe nicht forciert wird, dann geht sie leider verloren.

Ihr habt einen „Zwangsurlaub“ zur Neufindung und Zukunftsplanung bekommen, das ist mit Kindern zwar nicht einfach aber möglich. Schaut nach vorne, das ist für viele überlebenswichtig! Und wenn ihr gut informiert seid, ihr euch eurer Ressourcen als Familie und Individuen bewusst seid, dann könnt ihr gemeinsam bewusster handeln und euch neu orientieren.

Stellt euch im Hinblick auf die Zukunft folgende Fragen:

Wie sieht euer Leben in einem Jahr aus? Im oder außerhalb des Systems?

Welche Ressourcen / Stärken hat jeder Einzelne in der Familie?

Wie können diese Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden?

Muss die Wohnsituation optimiert werden? Wie könnt ihr diese optimieren?

In welche Richtung geht die Wirtschaft?

Überlebt die Branche, in der ihr derzeit arbeitet? Wie gut aufgestellt ist die Firma? Rechtzeitiger Umstieg in eine neue Branche möglich?

Was wird nach der Krise gebraucht werden? Was kann ich und mein/e PartnerIn dazu beitragen, wovon wir auch finanziell profitieren können?

Besteht die Möglichkeit eines gemeinsamen Familienunternehmens in der die Kinder (schulisch) Zuhause betreut werden können?

Was bedeutet eine Wirtschaftskrise?

Welche werterhaltenden Güter in der Wirtschaftskrise sind sinnvoll zu kaufen?

Wann ist der richtige Zeitpunkt zu kaufen?

Welche Werte sind in der derzeitigen Lage wichtig und wie können diese Werte vernünftig an die Kinder weitergegeben werden?

Ein weiterer interessanter Beitrag zum Thema:

Die Welt nach Corona: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise vorbei ist